LC 80


Ein Einplatinencomputer, der in der DDR entwickelt wurde, war der LC80. Basierend auf dem U880-Prozessor, einem Nachbau des Zilog Z80, wurde er 1984 vorgestellt und richtete sich vor allem an Schüler, Studenten und technisch interessierte Privatnutzer.

Um die Kosten niedrig zu halten und die Herstellung zu vereinfachen, wurde auf ein Gehäuse und eine vollständige Tastatur verzichtet. Stattdessen kam eine offen zugängliche Leiterplatte mit einer Hexadezimal-Tastatur und sechs 7-Segment-Anzeigen zum Einsatz. Der LC80 war als Lern- und Experimentiersystem konzipiert, da die Programmierung und Nutzung überwiegend in Maschinensprache erfolgten.

Der LC80 wurde marktpolitisch als günstiger Einstieg in die Mikrocomputertechnik in der DDR konzipiert. Aufgrund seiner simplen Ausstattung war er hauptsächlich ein technisches Lernmittel und wurde vor allem rückblickend als wichtiger Einstieg in die Mikrocomputertechnik der DDR bedeutend. In der Praxis erfüllte der LC80 seine vorgesehene Funktion als Lern- und Ausbildungsrechner und fand vor allem im schulischen Kontext erfolgreich Anwendung. Damit verstärkte er allerdings auch sein Ansehen als reines Experimentier- und Schulungssystem, weniger als vollwertiger Heimcomputer.

Startsequenz des LC 80 (Quelle: Wolfgang Robel)

Der LC80 wird als einer der frühen Mikrocomputer der DDR angesehen und liegt in der Entwicklungslinie vor späteren Systemen wie dem Robotron Z 1013. Der LC80 hatte keinen direkten Nachfolger im klassischen Sinne.

HerstellerVEB Mikroelektronik „Karl Marx“ Erfurt (DDR)
Veröffentlichungsjahr1984
Produzierte Stückzahl> 5.000
Preis (bei Markteinführung)720 Mark (DDR)
Prozessor8 Bit U880 D @ 0,9 MHz
Arbeitsspeicher1 KB (max. 4 KB)
Grafikdarstellung6-stellige 7-Segment-Anzeige
Tonausgabe1 Bit Piezo-Lautsprecher

Autoren: Ben E., Matheo L., Alexander K.

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