Jugend debattiert (in Zusammenarbeit mit dem FB Politische Bildung)

Eines lässt sich nicht bestreiten,
jede Sache hat zwei Seiten.
Die der andern, das ist eine,
und die richtige Seite: deine.

(Mascha Kaléko)

Seit dem Schuljahr 2009/10 beteiligt sich das Louise-Henriette-Gymnasium (mit Lernenden ab Klasse 8) an dem bundesweiten Wettbewerb „Jugend debattiert“ sowie am Regionalverbundwettbewerb. In der Vergangenheit haben Schülerinnen und Schüler am Wettbewerb erfolgreich auf Regionalebene und sogar bis zur Bundesebene teilgenommen. Auch in diesem Schuljahr 2022/23 findet der Schulwettbewerb nach einer Corona-Pause wieder statt.  

Unterrichtssequenzen in den Fächern Politische Bildung und Deutsch bereiten auf diesen Wettbewerb vor und zeigen, wie vielfältig man Debattierfähigkeiten im Alltag nutzen kann. Debattiert werden z. B. Themen wie: Soll an unserer Schule einheitliche Schulkleidung eingeführt werden? Sollen Jungen und Mädchen getrennt voneinander unterrichtet werden? Sollen Jugendliche schon ab 16 Jahren wählen dürfen? Sollte der Unterricht generell erst um 9 Uhr beginnen? Sollen Lehrer durch ihre Schüler bewertet werden? usw. 
Verschiedene Übungen, die zum Teil auch unabhängig vom Wettbewerb eingesetzt werden, verbessern die rhetorischen Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler.  

Eine „Jugend debattiert“-Debatte selbst umfasst nur vier Personen: Zwei sprechen sich für, zwei gegen das Gefragte aus. Einen Gesprächsleiter gibt es nicht. Diese Debatte gliedert sich in drei Teile: 

  1. Eröffnungsrunde: Stellung beziehen (jeder hat maximal zwei Minuten Redezeit, ohne Unterbrechung. Pro-und Contra-Redner wechseln einander ab. Pro beginnt.)
  2. Freie Aussprache: Abgleich und Klärung (Zwölf Minuten, ohne Gesprächsleiter, in freiem Wechsel.)
  3. Schlussrunde: Erneut Stellung beziehen, Entscheidung (Jeder hat maximal eine Minute Redezeit, ohne Unterbrechung. Gleiche Reihenfolge wie in der Eröffnungsrunde. Keine neuen Argumente, sondern Ertrag aus der Debatte.)

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Debatte werden anhand folgender Kriterien bewertet: 

  • Sachkenntnis (Wie gut weiß der Redner, worum es geht?)
  • Ausdrucksvermögen (Wie gut sagt er, was er meint?)
  • Gesprächsfähigkeit (Wie gut geht er auf die anderen ein?)
  • Überzeugungskraft (Wie gut begründet er, was er sagt?)

Wir halten den Wettbewerb für wichtig, weil er die sprachliche Kompetenz durch Ausbildung in Rede, Gegenrede und Debatte sowie die politische Bildung durch Motivation zu politischem Handeln befördert, der Persönlichkeitsbildung durch gegenseitigen Austausch und Perspektivenwechsel dient und die Meinungsbildung durch Auseinandersetzung mit aktuellen Streitfragen intensiviert. 
Darüber hinaus verbessert er generell kommunikative Fähigkeiten, stärkt die Urteilsfindung und gibt mehr Sicherheit im Auftreten bei Prüfungen und Bewerbungen.  

Die Koordinatorinnen für „Jugend debattiert“ sind an unserer Schule Frau Sander (Fachbereich Politische Bildung) und Frau Möhring-Volmer (Fachbereich Deutsch). Jedes Jahr findet auch eine Debattier-AG – entweder unter der Leitung von Frau Sander oder Frau Möhring-Volmer –statt. Interessenten werden gebeten, sich gerne mit ihnen in Verbindung zu setzen. Darüber hinaus gibt es im aktuellen Schuljahr für die Jahrgangsstufe 9 erstmalig einen Wahlpflichtkurs zum Debattieren, der von Frau Sander angeboten wird.

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