Theaterbesuch des LHG im GRIPS Theater Berlin
Wie schnell wird aus einem Witz ein Sturm aus Hass? Wie fühlt es sich an, wenn ein einziger Klick alles verändert und wer greift ein, wenn im Klassenchat die Grenzen verschwimmen?
Diese Fragen standen im Mittelpunkt des Theaterstücks „Alle außer das Einhorn“ von Kirsten Fuchs, das die Schülerinnen und Schüler der 8-3 des LHG im GRIPS Theater Berlin besuchten. Ein Stück, das nicht nur unter die Haut geht, sondern auch mitten ins digitale Leben junger Menschen trifft.
Im Stück geht es um Julius, den alle nur „Brillo“ nennen. Ein Spitzname, der harmlos klingt, aber schnell zur Waffe wird. Denn in der digitalen Welt des Klassenchats kennt Mobbing keine Pause. Besonders Fever, die sich für die Königin der Schule hält, verbreitet Gemeinheiten und Lügen mit einem Klick. Doch als Netti, eine Mitschülerin, Julius verteidigt, kippt die Stimmung. Plötzlich steht sie im Mittelpunkt der Hetze mit Kommentaren, die sie nicht löschen kann und von Menschen, die sie nicht einmal kennt.
Das GRIPS Theater schafft es auf beeindruckende Weise, dieses brisante Thema mit Witz, Tempo und emotionaler Wucht auf die Bühne zu bringen. Die Schülerinnen und Schüler waren gebannt, denn vieles, was hier passiert, spielt sich tagtäglich auf echten Handys ab.
Das Stück zeigt, wie aus digitalen Nachrichten echte Verletzungen werden und dass Wegsehen nie die Lösung ist. Es ruft dazu auf, für sich selbst und für andere
Verantwortung zu übernehmen. In einer demokratischen und pluralistischen Gesellschaft bedeutet Freiheit auch Verantwortung. Respekt, Empathie und Zivilcourage sind keine leeren Worte, sondern Voraussetzungen für ein gutes Miteinander sowohl online als auch offline.
„Alle außer das Einhorn“ erinnert daran, dass jeder von uns Teil der Lösung sein kann:
Nicht teilen, was verletzt.
Nicht lachen, wenn andere leiden.
Nicht schweigen, wenn Unrecht geschieht.
Das Stück hinterlässt eine klare Botschaft: Reden hilft, Schweigen schadet.
Wer Mobbing erlebt oder beobachtet, sollte sich Freunden, Eltern, Lehrkräften oder Beratungsstellen anvertrauen. Hilfe zu holen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke. Der Theaterbesuch hat uns gezeigt, dass jeder Klick zählt und Jede Stimme auch. Niemand sollte allein bleiben, nicht im Chat und nicht im Leben.



