Oranienburger Gymasiasten diskutieren in US-Botschaft über Klimawandel

goinggreenOranienburg/Berlin (kd) Ausgerechnet in der US-Botschaft ging es am Montag um den Klimaschutz. Abiturienten des Louise-Henriette-Gymnasiums waren zusammen mit ihrem Englischlehrer Jens Rösener in das Haus am Pariser Platz eingeladen worden. Die Schüler hatten sich am Umweltwettbewerb „Going Green“ beteiligt. Mehr als 900 Schüler machten mit. Die Oranienburger landeten auf dem ersten Platz mit ihrem Beitrag „Digital Learning“. Der vollständige Artikel vom Oranienburger Generalanzeiger.

MAZ 2.0 Schulreporter

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Drei Klassen (9/1, 8/3 und 8/4) haben vier Wochen lang am Schulreporter-Projekt der MAZ 2.0 teilgenommen. Vier Wochen Zeitung lesen, Zeitung analysieren, sich selbst journalistisch ausprobieren und Besuche in der oder von der Lokalredaktion Oranienburgs und der MAZ-Druckerei. Vor allem die Besuche haben Einblicke in den Beruf rund ums Zeitungmachen gegeben. Wie kommt das Thema in die Redaktion, wie der Artikel zu seinem Layout, wie werden Seiten konstruiert und wie wird aus all dem eine Zeitung mit Inhalt, Foto, Knick und Löchlein am Rand. Übrigens mit einer Druckrolle (wie im Bild)  könnte man den Weg von Hennigsdorf nach Oranienburg auslegen.

The Way of Fate

zeitzeuge„Um Geschichte zu verstehen, muss man in die Zeit zurück schauen.“ Das „Institut Heute“ schickt deshalb jedes Jahr Zeitzeugen, um Schülern und Schülerinnen vergangenes Geschehen näher zu bringen.
Aus aus diesem Grund  versammelten sich am 22.6.2017 Schüler und Schülerinnen aus der 10. Jahrgangsstufe und ihre begleitenden Lehrer/innen in unserer Aula. Auf der Bühne nahmen der Zeitzeuge George Shefi und seine Frau Jael Platz, um eine Geschichte aus ihrer Sicht zu erzählen. Eine Geschichte aus der Perspektive eines Kindes, das aus der Heimat weggeschickt wurde, um zu überleben: Die Geschichte einer Gruppe, des sogenannten „Kindertransports 1939“.
Kinder im Alter von 7 bis 17 Jahren mussten Familie und Freunde hinter sich lassen, wurden dann von fremden Menschen adoptiert und waren doch meist nicht viel mehr als eine Haushaltshilfe. Viele dieser Kinder sahen ihre Familien, die zum Teil in Konzentrationslager ermordet wurden, nie wieder oder erst viel später, als sie selbst Kinder hatten.
George Shefis Worte erschütterten, aber bewirkten auch den tiefen Respekt für seine Geschichte, sowohl bei den älteren wie auch bei den jungen Zuhörer/innen. (Ada Pauker, 10/1)

Einfach mal Gutes tun. Ein „Tag für Afrika“ vom Tutorium 11/4

„Ich fand den Tag heute sehr spannend. Es war sehr interessant, die Arbeitswelt auf diese Weise näher kennenzulernen.“, sagt Jessy Rudolph um ca. 17.00 Uhr auf dem Nachhauseweg, und Celestine Meschke ergänzt: „Auch die vielen Berufsmöglichkeiten finde ich sehr spannend.“Es hört sich wie eine berufsbildende Exkursion an, es war jedoch viel mehr. Laura Brüschke meint: „Ich fand, der Tag hat sich gelohnt, da wir etwas Gutes getan haben und somit etwas für unsere Zukunft.“ tag-fur-afrika
„Gutes tun“ klingt manchmal schon abgedroschen, sollte es aber niemals sein. Daher hat das Tutorium 114 vor einiger Zeit beschlossen, am „Tag für Afrika“ teilzunehmen. Einen Tag arbeiten und den Erlös spenden, konkret für eine Bildungseinrichtung in Ruanda. Ein Unternehmen wurde schnell gefunden: das Energieunternehmen E.ON. Dass das Unternehmen seit einiger Zeit intensiv an der Energiewende arbeitet, war irgendwie bekannt, aber was heißt das? Unseren Energiebedarf sichern und gleichzeitig unsere Umwelt schonen, eine schier unlösbare Aufgabe, erst recht, wenn man bedenkt, dass der Energiebedarf weltweit wachsen wird. Nur so viel Strom produzieren,  wie man benötigt, die Stromnutzung so auf den Tag verteilen, dass Stoßzeiten vermieden werden, oder individuelle Stromerzeugung sind nur einige Möglichkeiten. Die Umsetzung dieser Vorstellungen ist jedoch nicht so einfach. Es fehlen nicht unbedingt Geldmittel für Investitionen, es mangelt vor allem an jungen Leuten, die sich für diese nachhaltigen Ideen begeistern. Wie aber begeistert man junge Leute für so eine Aufgabe? Genau mit dieser Frage hatten sich Schülerinnen und Schüler des Louise-Henriette-Gymnasiums auseinanderzusetzen. Aufgeteilt in vier Marketingagenturen wurden in einem Ideenwettbewerb Strategien entwickelt, um Schulabgänger für derartige Aufgaben zu begeistern. Für die E.ON-Mitarbeiterinnen war es interessant zu erfahren, mit welchen Informationen man bei jungen Menschen ankommt, und vor allem, wie man sie vermitteln soll. Mit den bisherigen eher herkömmlichen Werbemitteln jedenfalls nicht, sagten die Schülerinnen und Schüler unmissverständlich, stattdessen: einfache und klare Botschaften, Kooperationen mit Schulen, soziale Netzwerke vielfältig einbeziehen, Fernsehwerbung einschränken, Youtuber für das Unternehmen gewinnen, Praktika im Ausland anbieten, Videospiele entwickeln, und das alles mit einem Ziel: jungen Menschen klarzumachen, dass die Energiewende eine nachhaltige, interessante, zukunftsorientierte Aufgabe ist, mit der man auch helfen kann, die Probleme Afrikas zu lösen. Denn das war ja das eigentliche Anliegen der Arbeit. 600 Euro konnten die Schülerinnen und Schüler überweisen, übrigens 600 Euro kamen auch in die Klassenkasse, fünf Tage vor der Kursfahrt!

Festakt zum 350. Todestag von Louise-Henriette

sam_4853Zweimal im Jahr bringen Schülerinnen und Schüler unserer Schule ihrer Namensgeberin ein Blumengruß an das Louise-Denkmal – immer an ihrem Geburts- und Todestag. In diesem Jahr war die Veranstaltung zum Todestag etwas größer und eingebettet ins Stadtfest. Zwischen Schützengilde, Vertretern der Stadt und dem Museum haben Schülerinnen musiziert und rezitiert, um würdig ihrer Namensgeberin zu gedenken. sam_4861Und auch der Lehrerchor hat ein Stück, das von Louise selbst gedichtet wurde, vorgetragen: Jesus, meine Zuversicht. Die Schutzengilde hat salutiert und im Anschluss haben Stadt, Museum und das Louise-Henriette-Gymnasium Blumengrüße in Orange am Denkmal niedergelegt.

Drei Siege für unsere Schachjungs bei Deutschen Meisterschaften

foto1Spannende Spiele auf hohem Niveau

Falls jemand meint, Schach sei langweilig, hätte man sich nur einmal die letzte Minute von Benjamins Partie gegen einen Spieler aus Hessen anschauen sollen. Die besseren Figuren, aber Zeitdruck, Matt in 26 Sekunden oder Niederlage. Benjamin gewann, der Betreuer benötigte ein Blutdruckmessgerät.

18 Mannschaften aus 16 Bundesländern trafen sich am letzten Wochenende (19. Bis 22. Mai) in Grömitz (Schleswig Holstein), um den Deutschen Meister im Schulschach zu ermitteln. Souverän hatte sich das LHG-Team bei den Landesmeisterschaften qualifiziert, doch dass hier die Trauben höher hängen, war uns vor dem Turnier klar und zeigte sich dann auch gleich in der ersten Partie gegen die an Nummer 3 gesetzten Spieler des Gymnasiums Coswig. Gegen einen der Favoriten gab es zum Auftakt eine knappe 1,5 zu 2,5 Niederlage. Gegen das Team vom Internat Schloss Hansenberg aus Hessen folgte der erste Sieg mit 3:1, am Abend folgte wieder eine Niederlage. Das Gymnasium Bingen aus Rheinland Pfalz erwies sich als zu stark.

Am nächsten Spieltag starteten wir mit einem Sieg gegen das auf der Setzliste vor uns stehende Humboldt-Gymnasium aus Karlsruhe (3:1), sodass wir neue Hoffnung schöpften, vorne angreifen zu können. Doch nun war der nächste Gegner der spätere Vizemeister vom Theodorianum aus Paderborn. Siegchancen für beide Teams, am Ende knapp verloren. Etwas ärgerlich, wenn man so nah am Sieg war, da tröstete der 3:1 Sieg gegen das Johanneum Homburg aus dem Saarland nur ein wenig. Am nächsten Morgen kam eine vierte Niederlage gegen Saint Stephan aus Augsburg hinzu, ein weiterer Favorit, am Ende auf dem vierten Platz. Leider rutschten wir dadurch noch auf den 14. Platz ab, gefühlt waren wir besser, aber wie heißt es, die Tabelle lügt nicht. foto2

Entscheidend war das unvergessliche Erlebnis, an Deutschen Meisterschaften teilzunehmen, in vielen Mannschaften spielten Vereinsspieler, es waren also tatsächlich die besten 14- bis 17-Jährigen Deutschlands dabei. Ein großer Erfolg unserer Spieler Marco Barchfeld, Kai Czernik, Aaron und Benjamin Matthes sowie des Trainers Norbert Grabowski.

Ein hervorragend organisiertes Turnier mit leidenschaftlichen Schachspielern, und als der Verbandsvorsitzende bei der Siegerehrung erklärte, in zehn Jahren sei Fußball Sportart Nummer zwei hinter Schach, dachte ich nur, das ist durchaus möglich!

Unsere Schach-AG trifft sich immer donnerstags und freitags von 13.00 bis 15.00 Uhr, jeder, der Interesse hat, ist willkommen, auch, wenn man nur eine Stunde Zeit hat.

A. Godomski (Mannschaftsbetreuer)

Volleyballnacht – die zehnte!

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Matheabi, mündliche Prüfung oder andere Stressfaktoren – das interessiert die Bagger- und Pritschfreunde am LHG nicht, oder wenigstens in einer Nacht des Jahres nicht. Am Freitag, 19.05.2017 fanden sich nunmehr zum zehnten Mal die Volleyballfans der Schule ein, aber nicht nur diese, sondern auch einige Ehemalige und in diesem Jahr sogar eine Lehrermannschaft des Runge-Gymnasiums. Es sollten eine lange Nacht werden. Nachdem Frau Schiebe, unsere Schulleiterin, um 20.00 Uhr das Tunier mit mehr als 10 Mannschaften beginnen ließ, trafen sich auf zwei Feldern für jeweils 8 Minuten zwei Mannschaften einer Gruppe. In der Mitte der Turnhalle (in der Chillout-Area) konnte man sich ausruhen, Leute gucken, Gespräche führen, Bücher lesen und essen und trinken – dank des guten Caterings der 10/2. Skurile Vertreter des Ballsports wie die „Dosenbiere“, deren Name wohl auch Programm sein sollte, Teams mit sprechenden Namen wie den „Blockwürsten“, aber auch die Volleyball-AG war mit zwei Mannschaften vertreten. Von gewohnten Traditionen soll man sich nicht verabschieden, denn wie sagte schon Sir Alf Ramsey, Trainer der englischen Fußball-Weltmeister 1966, „Never change the winning Team“. Und erfolgreich war die Volleyballnacht bislang in jedem Jahr. Trotzdem Frau Lattke, die eigentliche Urheberin des Turniers vor 10 Jahren, diesmal nicht dabei sein konnte, haben Herr Schüttoff und Herr Tilgner dieses Turnier hervorragend organisiert: Es gab die Siegertorte, Preise für die Erst-, Zweit- und Drittplatzierten, Urkunden für alle teilnehmenden Mannschaften. Die beiden Sportlehrer wurden organisatorisch und technisch unterstützt von Schülern des Veranstaltungsseminarkurses. Am Ende dieser Nacht und zahlreichen Gruppenspielen und Platzierungsbegegnungen standen die Sieger fest. Auf Platz 3 stand am Ende die LHG-Lehrer/innen-Mannschaft, Platz 2 erspielte sich „Real Litätsverlust“, das ist ein Teil der Volleyball-AG, und Platz 1 und damit die Siegertorte hat sich „Friedrich trifft Louise“ erspielt. Herzlichen Glückwunsch! Möge sich diese Tradition weitere 10 Jahre oder mehr erhalten!

Geschafft – wir können auch Double

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Schach-AG nach Pokalsieg nun auch Schulmeister Brandenburgs

Gleich im ersten Spiel gelang unseren Jungs mit zwei Siegen und zwei Remis in den Einzelspielen ein 3:1-Erfolg gegen die starken Falkenseer vom Lise-Meitner-Gymnasium. Es folgten zwei überzeugende 4:0-Siege gegen die beiden Hennigsdorfer Mannschaften und ein 3,5:0,5 gegen das Gauß-Gymnasium aus Frankfurt (Oder). Nach der Mittagspause sollten die entscheidenden Spiele um die Meisterschaft folgen, die Mittfavoriten vom Leibniz-Gymnasium Potsdam, Melanchthon-Gymnasium Herzberg und Max-Steenbeck-Gymnasium aus Cottbus waren die nächsten Gegner.

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Es war schon fast unheimlich, wie konzentriert Aaron, Benjamin, Kai und Marco ihre Spiele allesamt gewannen, teilweise mit beeindruckenden Zügen in engen Schlussphasen noch Siege herausholten. Obwohl für den Mannschaftserfolg auch ein Remis gereicht hätte, gewannen sie dreimal 4:0, einfach überragend, die Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften war schon vor dem letzten Spiel geschafft. Und es spricht für unsere Mannschaft, dass sie auch das letzte Spiel gegen die Oberschule aus Falkenberg/Elster gewann, wieder 4:0.

Der Meisterpokal war der verdiente Lohn und Motivation, bei den Deutschen Meisterschaften gut abzuschneiden. Unser Schachlehrer Norbert Grabowski wird unser Team sicher gut vorbereiten, und mit ein wenig Glück, was man bei so einem Turnier auch benötigt, ist so manches möglich.

(André Godomski, Mannschaftsbetreuer)

Auch ohne Heimvorteil ins Regionalfinale

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Am Freitag, 17.02.2017 haben sich die besten Redner/innen der Region mit Worten gefetzt. Der Regionalwettbewerb von „Jugend debattiert“ fand in den Räumen des Runge-Gymnasiums statt, weshalb der dortige Schulleiter auf einen Heimvorteil hoffte. Doch sechs weitere Schulen kämpften um den Einzug ins Finale. Das Louise-Henriette-Gymnasium konnte mit gleich zwei Starterinnen im Finale der Altersgruppe I zeigen, dass Argumentieren und ein guter Ton auch bei uns an der Schule gepflegt wird. Marie (9/4) und Paula (8/1) haben sich gegen viele Teilnehmer/innen aus den 8. und 9. Klassen in den Vorrunden duchgesetzt und schließlich hat Paula sogar einen zweiten Platz im Finale belegt. Herzlichen Glückwunsch!

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In den Qualifikationen der Altersgruppe II traten Ina und Jurek (beide 11) an. Und am Ende des Tages war unsere Schule auch im Finale der Altersgruppe II vertreten. Jurek (11) hat die Vorgaben des Wettbewerbs sehr gut erfüllt. Die Jury entschied sich allerdings dafür, ihn auf Platz 3 zu setzen. Wir jedoch möchten zu der hervorragenden Leistung gratulieren, die Jurek im Finale gezeigt hat. Weiterlesen:MAZ online

Projektfahrt nach Krakau „Auf den Spuren von Oskar Schindler“

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Sollten Fleischesser ihren Salat aus Salami zubereiten?

Diese Fragen diskutierten wir vor allem während unserer gemeinsamen Abendessen, bei denen wir die polnische Küche kennen lernen wollten. Rote-Bete-Suppe oder Piroggen werden – so unser Fazit – allerdings in Zukunft weder bei den Fleischessern noch bei den Veganern die Essgewohnheiten ändern.

Unsere Erinnerungskultur an die deutsche Geschichte hat sich jedoch während der Projekttage in Krakau möglicherweise geändert. Oskar Schindler, wer ist das? In den neunziger Jahren war der Name Oskar Schindler wohl jedem Schüler und jeder Schülerin in Deutschland bekannt. Steven Spielbergs Film „Schindlers Liste“ war ein Muss für den Geschichtsunterricht und im Gegensatz zu manch anderem historischen Hollywoodschinken schon damals eine auch von Historikern sehr beachtete und vielfach prämierte (7 Oscars) Geschichtsdarstellung des Holocausts.

Von uns Schülerinnen und Schülern kannte ihn niemand und so trafen wir uns, um zunächst den Film „Schindlers Liste“ anzusehen, in dem wir in mehr als drei Stunden Spielbergs Sicht auf Oskar Schindler vermittelt bekamen. Es ist einer der Filme, in denen das anschließende Gespräch zunächst nur aus Schweigen besteht. Daher sprachen wir tatsächlich erst wieder darüber, als wir uns am 23.01.2017 auf den Weg nach Krakau machten, wo wir seinen Spuren nachgingen. Wir erfuhren in eindrucksvollen und lebendigen Führungen, dass Krakau das Zentrum der europäischen Juden wurde, weil sie in dieser Stadt einfach nur Menschen waren. Neu war es für uns, anhand vieler Details zu erfahren, wie systematisch und perfide die Nazis in Krakau vorgingen, um das vom Generalgouverneur Hans Frank verkündete Ziel, aus Krakau eine judenfreie Hauptstadt zu machen, zu erreichen. Die Schaffung eines Ghettos mit einer Mauer, die bereits 1941 durch die Form der jüdischen Grabsteine ihr Schicksal symbolisierte, war ein wesentlicher Schritt auf dem Wege zur Vernichtung. Und es war ein Test: Wie würden sich die anderen Einwohner Krakaus verhalten, wie weit konnte man gehen? Erst dann wurde das eigentliche Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau errichtet, die dortige Gedenkstätte besuchten wir. Erschrocken waren wir darüber, wie oft der Name Oranienburg in den ausgestellten Dokumenten auftauchte. Das Wirtschaftsverwaltungshauptamt in Oranienburg galt als Bindeglied zwischen der Wirtschaft und den Konzentrationslagern. Zugleich erfuhren wir, wie in dieser unvorstellbaren Zeit die Menschen immer wieder versuchten, ein Stück Alltag zu retten, sei es durch einen kleinen Fußballplatz zwischen Häuserwänden im Ghetto oder das Malen von Bildern in Auschwitz.

Und immer spielte Oskar Schindler eine Rolle, historisch gesehen eine kleine, aber für die Juden bis heute eine sehr große und unvergessene. Er kam als Nazi und Geschäftsmann nach Krakau, er wollte vor allem Geld verdienen. Juden musste man nicht bezahlen, sie nur mit spärlichen Mindestrationen versorgen, das war sein Antrieb. Deshalb kaufte er die Emaille-Waren-Fabrik, um sich und seiner Familie ein Leben in Luxus zu ermöglichen. Anders als im Film, der seine Entwicklung zum Retter von mehr als 1.000 Juden nachvollziehbar darstellt, findet man in Krakau keine Erklärung für seinen Wandel. Oskar Schindler hat auf die ihm unzählige Male gestellte Frage, warum er dies getan hätte, nur einmal geantwortet: „Sie waren meine Freunde.“ Aber vielleicht ist er genau deshalb ein viel größerer Held, als es der Film versucht darzustellen.

Und noch etwas haben wir während des Projektes erfahren: Es gab nicht nur einen Oskar Schindler, es gab auch einen Julius Madritsch, er ermöglichte hunderten jüdischen Familien ein etwas würdevolleres Leben im Ghetto, sorgte in seiner Nähfabrik für koscheres Essen und dafür, dass Juden sogar ihre Feiertage ehren konnten. Auch half er vielen zur Flucht und rettete sie, vor allem Kinder, vor dem sicheren Tod. Oder einen polnischen Apotheker, der Tadeusz Pankiewicz hieß und die SS mit seinen privaten Ersparnissen schmierte, um die für Juden einzige Apotheke überhaupt weiter betreiben zu dürfen. Er rettete ebenfalls einige Menschen, indem er sie direkt vor dem Abtransport nach Auschwitz in seiner Apotheke versteckte. Und gerade diese Menschen werden uns neben Oskar Schindler in Erinnerung bleiben, allein dafür hat sich unser Projekt gelohnt.

(André Godomski und Juliane Zickuhr)

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