Er war der Gründungsdirektor unserer Schule: Wolfgang Nitsch war 1994 der erste Schulleiter des LHG. Am 24. Mai 2025 ist er im Alter von 83 Jahren gestorben.
Jahrzehntelang arbeitete er als Lehrer. „Ich war auch lieber Lehrer als Schulleiter. Ich bin auch nur zufällig Schulleiter geworden, denn ich hatte mich eigentlich nur als Lehrer am LHG beworben“, erinnerte er sich 2003 im Interview mit dem „Iwa(h)n“. „Ich habe damals gehört, dass dieses Schulgebäude wieder ausgebaut werden soll. Dann wurde mir gesagt, ich möge mich als Schulleiter bewerben.“
1994 wurde das LHG eröffnet.

Gabriele Schiebe wechselte damals, 1994, als Lehrerin an unsere Schule. Unsere spätere Schulleiterin erinnert sich an die erste Begegnung mit ihrem damaligen neuen Chef. „Das war noch nicht in der Schule, sondern im Luisenhof“, erzählte sie. „Da hat er sich uns freundlich vorgestellt.“
Das zweite Zusammentreffen war dann in der Schule, die im Sommer vor der Eröffnung am 22. August 1994 aber noch eine Baustelle war. „Es gab noch keine Toiletten, es war alles sehr rustikal. Als wir mit dem Schulbetrieb angefangen haben, waren die Bauzäune gerade mal weg.“ Sie erinnert sich an Wolfgang Nitsch als einen „sehr gütigen, freundlichen Menschen. Er war sehr emphatisch. Er hat sich immer Zeit genommen für die Lehrer und Schüler.“
Das sagt auch Daniel Langhoff. Der Finanzwirt und Kreistagsabgeordnete aus Wensickendorf wechselte 1994 ebenfalls an das LHG und machte hier 1998 sein Abitur.
„Er war ein feiner Mensch“, sagt er. „Das trifft es wirklich. Ich habe ihn überhaupt nur einmal wütend erlebt.“ Das sei die Zeit gewesen, bei der immer wieder Neonazis am Gelände auftauchten. „Da habe ich erlebt, wie er jemanden angebrüllt und vertrieben hat.“ Das sei eine Situation gewesen, „wo er wirklich diese Schule wie sein Haus und Hof verteidigt hat“.
Er sei ein weicher Mann gewesen, dem man aber immer respektvoll gegenübergetreten sei. „Weil du denkst, ich habe kein Recht, ihm weh zu tun.“ Wolfgang Nitsch habe Leute miteinander verbunden und mitgenommen.
„Er war ständig und gefühlt bei uns, und man hat sich gefragt: Wann hat er eigentlich gearbeitet?“ Das hat er aber tatsächlich, wie Gabriele Schiebe sich erinnert. „Er war sehr fleißig, akribisch und ordentlich. Er hatte eine Kette, da waren alle Schlüssel von der Schule dran.“ Sein eigener Raum stand dabei immer offen. „Man konnte aus dem Flur direkt in sein Zimmer gehen.“
Er selbst sagte dazu 2003 im Interview mit der Schülerzeitung: „Meine Vorstellung war: In einer großen Schule muss es immer einen Ansprechpartner für die Schüler geben. Wir haben ein offenes Sekretariat.“
Zuletzt war Wolfgang Nitsch am 9. Oktober 2024 bei uns zu Gast. Er kam zur Jubiläumsfeier zu 30 Jahren LHG und plauderte im Interview auf der Bühne über seine Zeit als Schulleiter.
Text: Robert Tiesler



