Mit starken Nerven auf nach Potsdam

img_2907Nachdem die Schmetterlinge des LHG den Monat Dezember ohne Niederlage abgeschlossen hatten, flogen sie im Januar hoch motiviert und voller Selbstvertrauen zur nächsten Runde nach Gransee und Velten. Doch so ein Volleyballturnier zu Beginn des Jahres fühlt sich meistens etwas zäh an und so brauchten die jungen Damen um Finia (später beste Spielerin des Turniers), Julia, Josi, Mara, Lisa, Lana und Luisa etwas Zeit, um wieder in ihren Spielrhythmus zu finden. Dennoch zog man am Ende ungeschlagen nach Siegen über die Werner-von-Siemens Schule, die Vertretung aus Rathenow sowie die Damen aus Kyritz ins Finale ein und traf dort auf das Marie-Curie-Gymnasium. Im Wissen um die Chance, bei einem weiteren Sieg nun zum zweiten Mal in Folge zum Landesfinale nach Potsdam zu fahren, fingen die Mädchen an genau das zu machen, was weder im Tennis vor dem Aufschlag zum Matchgewinn noch vor dem Elfmeter im Fußball von Sportpsychologen empfohlen wird: Sie begannen nachzudenken. Zittrige Annahmefehler und Unsicherheiten reihten sich aneinander, die Anfeuerungsrufe der gegnerischen Fans ließen die Damen immer kleiner werden und nach dem verlorenen ersten Satz drohte der Flug zu einem Absturz zur ungünstigen Zeit zu werden. Doch genau in solchen Momenten unterscheiden sich gute von sehr guten Mannschaften: Während die Mädchen im letzten Jahr dabei vielleicht noch an ihren eigenen Nerven gescheitert wären, kämpften sich in das Spiel auch mit einfachen Spielzügen hinein, pushten sich nach jedem Punkt, verstanden nach Auszeiten fokussiert wieder mit einer ganz anderen Körpersprache zu spielen und übernahmen nach dem gewonnen 2. Satz das Kommando, um sich dann zwar knapp, aber verdient zum zweiten Mal in Folge Regionalsieger Oberhavel nennen zu können.
Die Damen der WK II (verstärkt durch Nina und Amelie) setzten diesen Erfolgsflug eine Woche später fort, gewannen ebenso ihre Vorrundenspiele und ließen auch das favorisierte Team aus Kyritz im Vorrundenspiel durch druckvolles Aufschlagspiel und kompakte Abwehrarbeit nicht ins Spiel kommen. Doch nach einer fast 16 Spiele währenden Siegesserie riss der Glücks- und Könnensfaden der Damen zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt: Im Finale. Dort kam es zur Neuauflage des Spiels gegen Kyritz. Nachdem der erste Satz noch gewonnen werden konnte, ging den Mädchen dann doch die Energie aus, Fehler reihten sich aneinander und der Gegner machte, wie so häufig in so einer Phase im Volleyball, plötzlich gar keine Fehler mehr. Am Ende blieb der Vertretung vom LHG leider nur der undankbare 2. Platz, der sich aber schon wenig später mit etwas Distanz deutlich besser anfühlte. Mit Erfolg wachsen meist die eigenen Ansprüche, aber sie ermöglichen es noch besser zu werden, wenn man Rückschläge aufarbeitet, eigene Fehler abstellt und mit Zielstrebigkeit zu neuen Höhenflügen ansetzt. Vor den Aufgaben in Potsdam und im nächsten Jahr muss den Mädchen daher nicht bange sein.
Auf gehts Mädels!

M. Schüttoff
Bild-Quelle: M. Schüttoff (01.2020)

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