Tabus erkennt man erst, wenn sie gebrochen werden.

Freitag, der 13. – ein Datum, das nicht willkürlich für das 12er Konzert „Tabubruch“ gewählt wurde. In der Vorbereitung wurde schnell erkannt, dass Tabus zu brechen eng in Verbindung mit Niveaulosigkeit und Pietätlosigkeit steht und es gar nicht so einfach ist, da ein ansprechendes Programm auf die Beine zu stellen. Wird schon irgendwie schief gehen…?
Schief ging eine Menge in der Vorbereitungszeit, doch schließlich stand das Programm, hingen Plakate, wurde die Aula eingerichtet und festlich geschmückt – Wäscheleine, Rotlicht, Verbotsschilder, bisschen Grünzeug unordentlich in Bierflaschen gestellt – und dem Konzert stand eigentlich nichts mehr im Weg.
Mit dem Ende der Durchlaufprobe waren wir aber auch am Ende unserer Kräfte, unserer Kritikfähigkeit und unseres Optimismus angekommen. „Das Konzert wird ein Reinfall“ schwebte sehr laut und verzweifelt ausgesprochen im Raum. Einfach absagen? – Kam für uns nicht in Frage! Dafür steckt viel zu viel Herzblut in der Sache.
Am Abend bewahrheitete sich dann die alte Theaterweisheit, dass auf eine grausige Generalprobe eine umso bessere Aufführung folgt. Es war ein buntes Programm und für jeden etwas dabei. Extra für die Eltern englische Popmusik mit tollen Texten, Moderation mit albernen Aliterationen, etwas zum Nachdenken, aber auch zum Lachen, ein bisschen Kritik, auch an uns selber (natürlich hinter Ironie versteckt). Es wurde abgekotzt und abgerockt, das Schubladendenken in Frage gestellt und elementare Fragen gestellt, die man sonst nicht fragt (Wo war ich in der Nacht von Freitag auf Montag?).
Die Abläufe klappten reibungslos, es war nicht perfekt – aber das war auch nicht der Anspruch an das Konzert. Die Idee dahinter, möglichst viel Geld für den Abiball zu verdienen, war in den Hintergrund gerückt. Es ging uns darum, als Jahrgang gemeinsam etwas Repräsentatives auf die Beine zu stellen und eine bleibende Erinnerung zu schaffen – für uns an die Schule und umgekehrt.
Und das ist uns ziemlich gut gelungen.

Vielen Dank an alle, die sich engagiert haben und zu einem guten Gelingen beigetragen haben. Ohne uns alle wäre das Konzert nicht so gut geworden. :)

Katrin Lüdeke

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