„Wer hat Interesse an süßen, leckeren Cupcakes?“, fragt Lukas Degenhardt, Schüler der elften Klasse am Louise-Henriette-Gymnasium, in die Zuschauerrunde am vergangenen Freitagabend. Er blickt in die Augen von knapp 50 Zuhörern, die alle geduldig auf ihren Stühlen im Foyer des Gymnasiums auf das erste Gebot der Schülerversteigerung warten. Da ruft jemand: „Wie viele Cupcakes bekommt man denn für das Gebot?“ Die Antwort: „So viele wie Sie wollen“, ruft Lea Thomas, eines der Mädchen, das die Leckereien zubereiten wird. Es bricht schallendes Gelächter aus. Das Eis ist gebrochen. Die Hände gehen hoch, zehn Euro, 15 Euro, 20 Euro bietet schließlich die Englischlehrerin Betty Ikas. „20 Euro zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten“, sagt Lukas der Moderator und knallt seinen Auktionsstab aus Plastik auf das Pult.
Die „Schülerversteigerung“ ist am Louise-Henriette-Gymnasium eine lange Tradition. Der jeweilige Abi-Jahrgang stürmt das Lehrerzimmer und bietet den knapp 60 Paukern an, Hausarbeiten aller Art wie Fenster oder Auto putzen zu übernehmen, Kuchen zu backen oder eine Unterrichtsstunde zu absolvieren. Wer das höchste Gebot abgibt, bekommt den Zuschlag. Der Erlös fließt dann in die Kassen des Abiballs. „Wir wollten uns von den Jahrgängen zuvor abgrenzen und haben diese ’Schülerversteigerung’ erstmals als eigene Veranstaltung aufgezogen, weil damit mehr Geld in unsere leeren Kassen fließt“, erklärt der Leiter des Abikomitees Lukas Degenhardt.
Die zweistündige Versteigerung ist in sechs Runden aufgeteilt. Innerhalb einer Runde werden drei Angebote vorgestellt. Um die Auktionsatmosphäre aufzulockern gibt es dazwischen kleine musikalische oder lyrische Leckerbissen des Jahrgangs.
Bereits in der Pause tauschen sich die Elftklässler aus und sind überzeugt, dass es ein voller Erfolg wird. Lisa Ihde gratuliert ihrem Schulkameraden Lukas: „Du hast beim Moderieren so eine lockere und witzige Art – großartig! Wir sollten das ab jetzt jede Woche machen.“
Welche Überraschungen die Mitglieder des Komitees für den Abiball in anderthalb Jahren planen, wollten sie noch nicht verraten. „Unser Ziel ist es, eine bezahlbare Eintrittskarte für jeden Abiturienten zu bekommen, erklärt Lukas Degenhardt.
Durch die „Schülerversteigerung“ sind sie ihrem Ziel ein ganzes Stückchen näher gekommen. Zusammen mit den Einnahmen vom Buffet konnten die Elftklässler mit ihrer witzigen Aktion 866,50 Euro in die Abiballkasse spielen. (Von Juliane Weser)
Quelle: Märkische Allgemeine vom 04.03.2013



