Auch dieses Jahr hat sich eine Auswahl von 21 Schüler*innen der 10. Klasse im Rahmen des Holland Austausches 2019 am 17.2. mit dem Bus nach Rotterdam begeben. Mit an Bord waren unser persönlicher Busfahrer – ganz in pink – und ein hoch motivierter Herr Tilgner sowie eine
ebenso motivierte und frisch schwangere Frau Paul.
Nach erstem Kennenlernen per WhatsApp und Instagram und Bangen, nicht jeder finde seinen Partner, hat schlussendlich doch jede*r Holländer*in mit Doppelbesetzungen, ungleich-geschlechtlichen Platzierungen und spontanen Partnerwechseln eine*n passende*n
Deutsche*n gefunden. So kamen wir den Zielen unserer Fahrt – kultureller Austausch, eine Woche schulfrei und eine prima Zeit verbringen – schon einen erheblichen Schritt näher.
Anders als man es vielleicht erwarten würde, waren wir während des Austauschs nicht mit unseren Partnern in der Schule sondern haben uns unterschiedliche Städte, Museen und Sehenswürdigkeiten wie das Anne-Frank-Haus in Amsterdam, das Käse-Museum in Alkmaar, einen Stroopwafel-Produktion mit Verköstigung in Gouda, sowie die Stadt Den Haag angeschaut. Zwischendurch hatten wir natürlich viel Freizeit und Möglichkeit shoppen zu gehen sowie, in den Niederlanden sehr viel verbreiteter als in Deutschland, bei McDonalds zu essen. In Rotterdam kann man dort sogar vegane Burger bekommen!
Nachdem das offizielle Programm des Tages endete, traf man sich oft noch in kleineren Gruppen und verbrachte den Abend bzw. die Nacht zusammen. Schnell wurden viele Vorurteile bestätigt – viele Niederländer sprechen Deutsch, sie sind mega locker, es gibt Fahrradwege mit Abschnitten für Autos, nirgends einfach Landschaft ohne kleine Wasserführungen und Käse- und Windmühlenmuseen gibt’s wie Sand am Meer.
Nach einer langen Abschiedsfeier ging es dann am Freitagmorgen erschöpft und voller neuer Eindrücke wieder mit dem Busfahrer in pink und lauter Musik (hauptsächlich neu erlernte niederländische Hits) nach Hause.
Als die Holländer zu uns kamen
1. Ablauf und Organisation
„Da! Ich kann sie sehen! Ich sehe sie, sie sind noch hinter dem Kreisverkehr. Nur noch zwei Minuten, dann sind sie da!“ sagt eine Schülerin aus meinem Jahrgang, die neben mir vor der Schule steht. Es ist Sonntag, der 31. März 2019, ungefähr einen Monat nachdem wir uns von unseren holländischen Austauschpartnern in Rotterdam vor dem Emmaus- College verabschiedet haben.
Mittlerweile haben sich schon alle deutschen Teilnehmer aus der Jahrgangsstufe zehn inklusive Frau Paul und Herrn Tilgner vor unserer Schule versammelt und warten aufgeregt auf die Ankunft des holländischen Busses.
Kurz vor der Ankunft beobachteten wir die Lage des Busses durch einen per Handy geteilten Standpunkt. (Wow, beeindruckend, was die Technik von heute alles kann…)
Und dann, nach einer sehr freundlichen Begrüßung und dem gegenseitigen freudigen Wiedersehen, holten wir das Gepäck und gingen alle in die Cafeteria unserer Schule und haben zusammen Pizza gegessen.
Danach wurden alle von unseren Eltern abgeholt und konnten unsere Partner vorstellen. Als wir zu Hause ankamen, haben die Holländer unsere Familien kennengelernt. So habe ich meiner Austauschschülerin meine Eltern und Freunde vorgestellt, und unser Haus und die Gegend, in der ich wohne, mit dem Fahrrad gezeigt.
Natürlich war es zu Beginn etwas ungewohnt, nach so langer Zeit wieder dauerhaft Englisch zu sprechen, doch nach einiger Gewöhnung konnten wir uns schon am ersten Abend mehrere Stunden über die verschiedensten Themen unterhalten.
Unter anderem erklärte ich ihr abends den Ablauf des morgigen Tages.
Am Montag trafen wir uns alle morgens in der Caféteria, um unsere lieben und sehr müden Holländer „abzugeben“. (Ja, in Holland haben die Schüler durch die Schule einen ganz anderen Schlafrythmus als wir. Die erste Stunde beginnt dort manchmal erst um 8.30 Uhr.) Wir brachten sie gemeinsam zum Bus und wünschten uns gegenseitig einen schönen Tag.
Während die meisten von uns fleißig in der Schule saßen, fuhren die Holländer pünktlich um 8 Uhr nach Potsdam zum Neuen Palais. Dort bekamen sie eine Führung und durften später auch noch selbst herumspazieren.
Am Dienstag fuhren die Schüler dann nach Berlin. Dort besichtigten sie den Bundestag, die Bundestagskuppel und das Mauermuseum. Nachdem die Holländer dann wieder 17 Uhr in Oranienburg ankamen, gingen wir alle gemeinsam etwas essen und trafen uns dann mit den Lehrern im Turm Oranienburg zu einem gemeinsamen Bowlingabend, wie auch schon in Holland.
Der vorletzte Tag, Mittwoch, war der Tag, an dem die meisten Schüler von unserer Schule mitkamen. So war auch ich dabei und fuhr mit im Bus nach Berlin.
Doch zuvor nahmen die Holländer an einer Schulstunde mit ihren Austauschpartnern teil. So konnten sie u. a. Einblicke in unseren Schulalltag mit den Fächern Französisch, politische Bildung oder Mathe erlangen.
In Berlin angekommen machten wir eine Rallye beginnend am Alexanderplatz bis zum Potsdamer Platz, um bekannte Sehenswürdigkeiten Berlins zu entdecken. Danach trafen wir uns alle am Spionagemuseum in Berlin-Mitte und lernten etwas über die Geschichte und Entstehung der Spionage früher und auch in Bezug zu heute. Wie auch an den anderen beiden Tagen traf der Reisebus dann pünktlich um 17 Uhr an unserer Schule ein. Und mal wieder, nicht zu vergessen: essen. Wir gingen als riesengroße Gruppe (mal wieder) in das KIOKO SUSHI Restaurant in der Bernauer Straße und ließen den Abend schön ausklingen.
Den Donnerstag verbrachten wir in der Gedenkstätte Sachsenhausen, wo wir an einer Führung teilnahmen und dann in Gruppen verschiedene Themen ausarbeiteten und anschließend vorstellten. Danach kamen wir nochmal in unserer Schulcaféteria zusammen, um gemeinsam bei Buffet und guter Laune die vergangene Woche Revue passieren zu lassen.
Freitag war dann der Abreisetag. Und zum zweiten Mal mussten wir uns wieder von unseren Holländern schweren Herzens verabschieden.
Pünktlich um acht Uhr morgens fuhr der holländische Bus davon, und wir standen wieder alle zusammen wie auch bereits fünf Tage zuvor. Traurig waren wir alle, aber auch glücklich über das Erlebte.
2. Noch ein paar Hinweise für euch:
Alles in allem verlief der gesamte Austausch sehr entspannt.
Auch verschiedene Ernährungsweisen, Allergien oder Sonstiges stellten hierbei keine Hindernisse dar. Meldet man sich bei diesem Programm an, füllt man ein „Matchingformular“ aus und gibt alle Besonderheiten an. Dann kann man passend zu einem*r Holländer*in sortiert werden. Zum Beispiel lebe ich selbst vegan, und wurde durch dieses Formular einer Austauschpartnerin mit ähnlicher Lebensweise zugeordnet.
Auch kann man, wenn man sich mit seinem Austauschpartner gar nicht versteht, jederzeit bei den organisierenden Lehrern melden. Sie helfen euch gerne bei Problemen und können euch (wenn möglich) auch notfalls nochmal jemand anderem zuordnen.
Und an alle Schüler, die einem*r Austauschpartner*in kein separates Zimmer anbieten können: das ist kein Problem. In der Woche in Holland schlief ich zwar in einem eigenem Zimmer, habe aber zu Hause zusammen mit meiner Austauschpartnerin in einem Bett geschlafen. Auch meinen Kleiderschrank konnten wir uns problemlos teilen.
Auch hatte meine Austauschschülerin eine Woche lang ein Badezimmer für sich allein. Wenn das mal nichts Tolles für ein Mädchen ist…
3. Wie fand ich den Austausch?
Ein großes Dankeschön geht an die hervorragende Organisation durch Frau Paul und Herrn Tilgner. Wir hatten jeden Tag viel Spaß und vor allem die Möglichkeit, viel Neues zu lernen. Jeden Tag sahen wir etwas anderes, der Tag war gut durchgeplant. Dennoch gab es auch ein gutes Verhältnis zu Zeitfenstern, welche wir selbst (durch z. B. bummeln in der Stadt, gemeinsam lachen und sehr viel Essen kaufen) gestalten konnten.
Ich persönlich habe viele neue Mitschüler aus meinem Jahrgang kennengelernt und auch mehr Mut bekommen, mich mit fremden Leuten auf anderen Sprachen zu unterhalten. Durch diesen Austausch habe ich sehr viele positive Aspekte erlangt und kann die Teilnahme jedem Schüler aus der zukünftigen 10. Klasse empfehlen. Aus meiner Klasse nahmen leider nur zwei Personen teil, was ich sehr schade finde. Wer sich dagegen entscheidet, hat ehrlich eine sehr gute Chance verpasst. Ich kann die Teilnahme an diesem Austausch jedem Schüler empfehlen, der gerne etwas über andere Länder lernen und viele neue Bekanntschaften knüpfen möchte. Man kann durch den Austausch nicht nur weitere Schüler aus dem selben Jahrgang kennenlernen, sondern auch seine Sprachkenntnisse in Englisch verbessern.
Somit gibt es auch Vorteile bezüglich der noch anstehenden mündlichen Prüfung in Englisch und den nächsten Jahren in der Oberstufe, liebe Schüler ;-)!
Denkt gut darüber nach, nehmt euch meine Worte zu Herzen und überlegt genau, ob ihr euch die Chance entgehen lassen wollt. Ich bin wirklich begeistert davon, dass es an unserer Schule ein solches Angebot gibt. Ein herzliches Dankeschön an die Personen, die dieses Programm jedes Jahr aufs Neue möglich machen!
Mit freundlichen und herzlichsten Grüßen von den zwei Autorinnen und sehr zufriedenen Teilnehmerinnen des -ROTTERDAM EXCHANGE 2019-
♥ Mas*c*ha aus der ehemaligen 10/1*4. ♥









