Am 23.August 2010 traten wir, Schüler und Schülerinnen der 9.Klassen des Louise-Henriette-Gymnasiums, unsere Reise nach Russland an. Wir hatten uns schon während der Projekttage auf den Schüleraustausch vorbereitet. Uns begleiteten zwei Lehrer (unser Biologielehrer Herr Steinke und unsere Russischlehrerin Frau Stein). Wir waren aber leider auf den Reisebus aus Berlin nach Kaliningrad angewiesen, da es Probleme mit der Zugverbindung von Berlin durch Polen nach Russland gab. Die 10-stündige Nachtfahrt war nicht sehr aufregend, jedoch waren die gewissenhaften Grenzkontrollen für viele neu. In Kaliningrad angekommen, wurden wir schon voller Freude von der russischen Lehrerin aus Snamensk begrüßt. Dann fuhren wir mit einem typisch russischen Schulbus nach Snamensk. Diese Fahrt (von denen wir später noch mehr erleben durften) war schon ein unglaublichen Erlebnis für sich. Als wir auf den Schulhof der Snamensker Schule ankamen, wurden wir schon neugierig von unseren Austauschpartnern erwartet. Nachdem wir unsere Gastfamilien kennen gelernt hatten, haben wir sofort das leckere russische Essen probieren dürfen. Außerdem entdeckten wir die Lebensgewohnheiten der Russen und durften mit unseren Partnern das Dorf und die Schule erkunden, wo wir wieder viele interessante Dinge erfuhren. Am Abend saßen alle gemeinsam bei einem Buffet. Es ging sehr lustig zu und wir lernten die Direktorin der Schule kennen.
Am nächsten Tag besichtigten wir die Kurischen Nehrung, wo wir bei stürmischem Wetter gemeinsam versuchten eine Düne zu befestigen und somit die Natur zu schützen. Außerdem besuchten wir die „Tanzenden Wälder“, wo die Bäume wirklich beeindruckend gewachsen waren und lernten dazu noch Interessantes zur Biologie. Dazu besichtigten wir eine Vogelschutzwarte, wo wir ausführliche Auskunft über deren Geschichte und Funktion erhielten. Inzwischen lernten wir auch unsere Austauschpartner besser kennen. Die sprachlichen Hindernisse konnten mit Mimik und Gestik und teilweise Englischkenntnissen allmählich überwunden werden.
Am 3. Tag besichtigten wir die „Jahrhundertskiefern“, die wirklich eindrucksvoll groß waren. Zudem konnten wir einen unglaublich klaren See bestaunen, in dem man metertief hineinschauen konnte. Dieser lag an der Grenze zu Litauen. Unser Begleiter konnte uns auch viel Aufschlussreiches über die Geschichte des Gebiets erzählen, die erstaunlich viel mit der deutschen Geschichte zu tun hat.
In den nächsten Tagen wurden uns viele ansprechende Fakten über den Bernstein erklärt. Wir besuchten dazu ein Bernsteinmuseum und besichtigten von weitem das größte Abbaugebiet der Welt (?). Am Nachmittag zeigte uns unsere Reiseführerin den wundervollen und wirklich ansprechenden „Botanischen Garten“. Nach dem Bestaunen wunderschöner Pflanzen durften wir uns mit unseren Austauschschülern ins Kaufhaus von Kaliningrad begeben. Die Freude war groß und alle gingen auch sofort auf „Mitbringselsuche“.
Am 6. Tag war unser besonderes Ausflugsziel der „Fliegerklub“. Manche jedoch begeisterten sich mehr für die Hunde auf der Flugplatzanlage als für das Fliegen. Andere aber konnten sich vom Erklären des Fallschirmspringens mitreißen lassen. Am Abend trafen wir uns oft mit der „Clique“ aus Snamensk im Park. Zu denen gehörten Familienangehörige oder einfach andere Jugendliche aus dem Dorf. Wir saßen beieinander und versuchten uns weiterhin zu unterhalten. Manche hatten Musik dabei und tanzten, andere waren einfach fröhlich und lachten über die Kommunikationsversuche zu Fremden.
Am vorletzten Tag arbeiteten die russischen Schüler tatkräftig an einer PowerPoint-Präsentation. Außerdem pflanzten wir gemeinsam eine Eiche. Diese symbolisiert die Freundschaft zwischen unseren Schulen und Ländern. An diesem Baum, der nun auf dem Schulhof steht, wurde ein Schild gehängt mit den Wappen beider Orte. Abends durfte natürlich eine Abschiedsdisco nicht fehlen, bei der wir noch einmal die letzte Woche, die wir gemeinsam verbrachten haben, feierten.
Dafür war der Tag des Abschieds umso mehr mit Trauer erfüllt. Wir hatten alle Tränen in den Augen und konnten nur mühsam in den Bus steigen. Nun sind wir wieder in Deutschland und freuen uns jetzt schon sehr, unsere russischen Partner am Ende des Schuljahres wieder zu sehen. Diese Reise in ein anderes unbeschreibliches Land werden wir wohl alle nie vergessen!
von Jane Gildemeister 9/2



