Jugend debattiert (in Zusammenarbeit mit dem FB Politische Bildung)

Eines lässt sich nicht bestreiten,
jede Sache hat zwei Seiten.
Die der andern, das ist eine,
und die richtige Seite: deine.

(Mascha Kaléko)

Seit dem Schuljahr 2009/10 beteiligt sich das Louise-Henriette-Gymnasium (mit Schülern ab Kl. 9) an dem bundesweiten Wettbewerb „Jugend debattiert” und nimmt im Regionalverbundwettbewerb teil. Der in diesem Schuljahr (2010/11) stattfindende Schulwettbewerb könnte unsere Schüler vielleicht sogar letztlich in die Bundesebene führen. (Wir drücken die Daumen!)

Unterrichtssequenzen in den Fächern Politische Bildung und Deutsch bereiten auf diesen Wettbewerb vor und zeigen, wie vielfältig man Debattierfähigkeiten im Alltag nutzen kann. Debattiert werden z. B. Themen wie: Soll an unserer Schule einheitliche Schulkleidung eingeführt werden? Sollen Jungen und Mädchen getrennt voneinander unterrichtet werden? Sollen Jugendliche schon ab 16 Jahren wählen dürfen? Sollte der Unterricht generell erst um 9 Uhr beginnen? Sollen Lehrer durch ihre Schüler bewertet werden? usw.
Verschiedene Übungen, die zum Teil auch unabhängig vom Wettbewerb eingesetzt werden, verbessern die rhetorischen Fähigkeiten der Schüler.

Eine „Jugend debattiert”-Debatte selbst umfasst nur vier Personen: Zwei sprechen sich für, zwei gegen das Gefragte aus. Einen Gesprächsleiter gibt es nicht. Diese Debatte gliedert sich in drei Teile:

  1. Eröffnungsrunde: Stellung beziehen (jeder hat maximal zwei Minuten Redezeit, ohne Unterbrechung. Pro-und Contra-Redner wechseln einander ab. Pro beginnt.)
  2. Freie Aussprache: Abgleich und Klärung (Zwölf Minuten, ohne Gesprächsleiter, in freiem Wechsel.)
  3. Schlussrunde: Erneut Stellung beziehen, Entscheidung (Jeder hat maximal eine Minute Redezeit, ohne Unterbrechung. Gleiche Reihenfolge wie in der Eröffnungsrunde. Keine neuen Argumente, sondern Ertrag aus der Debatte.)

Die Teilnehmer der Debatte werden anhand folgender Kriterien bewertet:

  • Sachkenntnis (Wie gut weiß der Redner, worum es geht?)
  • Ausdrucksvermögen (Wie gut sagt er, was er meint?)
  • Gesprächsfähigkeit (Wie gut geht er auf die anderen ein?)
  • Überzeugungskraft (Wie gut begründet er, was er sagt?)

Wir halten den Wettbewerb für wichtig, weil er die sprachliche Kompetenz durch Ausbildung in Rede, Gegenrede und Debatte sowie die politische Bildung durch Motivation zu politischem Handeln befördert, der Persönlichkeitsbildung durch gegenseitigen Austausch und Perspektivenwechsel dient und die Meinungsbildung durch Auseinandersetzung mit aktuellen Streitfragen intensiviert.
Darüber hinaus verbessert er generell kommunikative Fähigkeiten, stärkt die Urteilsfindung und gibt mehr Sicherheit im Auftreten bei Prüfungen und Bewerbungen.

Die Koordinatorin für „Jugend debattiert” ist an unserer Schule Frau Sander (Fachbereich Politische Bildung), die auch montags 14-tägig die AG „Debattierklub“ leitet. Interessenten werden gebeten, sich gerne (!) mit ihr in Verbindung zu setzen.